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| Montag 06. Februar 2012 | Kontakt | Letzte Änderung: 17. Juni 2008 |
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Eintritte zunehmend |
Zahl der Kircheneintritte in Deutschland zunehmendDie BILDZEITUNG in ihrer Online-Ausgabe am 24. 12. 2005 »In der Kirche finde ich meine Ruhe«
Jetzt bin ich froh, wieder in der Kirche zu sein. Ich besuche regelmässig Gottesdienste, habe viele nette Menschen in meiner Gemeinde kennengelernt. Mein Glaube gibt mir Kraft und erfüllt mein Leben. Manchmal gehe ich in die Kirche, wenn ich eine wichtige berufliche Entscheidung treffen muss. Dort kann man sehr gut nachdenken, zur Ruhe kommen.« »Kirche gehört zum Leben«
»Die Kirche gibt uns so viele Werte«
»Kircheneintritt - z. B. Gret Haller«Viele treten aus der Kirche aus, einige aber auch wieder ein: z. B. Gret Haller, die Publizistin, Menschenrechtsexpertin und ehemalige Berner Gemeinderätin. Ihr Wiedereintritt sei ein »persönlicher und politischer Entscheid«. Zuerst wehrt sie ab: Eine lange, persönliche Geschichte stecke hinter ihrem Kircheneintritt, und die gehöre eigentlich nicht an die Öffentlichkeit. Dann erzählt Gret Haller trotzdem: von sich, ihren politisch-religiösen Analysen und vom Münster, das sie nach Jahren der Ablehnung »angenommen« hat.
Die Frage liegt auf der Hand: Ist die Beschäftigung mit diesem Thema der Grund für ihren Kircheneintritt? Gret Haller ist nicht die Frau der kurzen, einfachen Antworten. Sie holt aus, analysiert, wort- und gestenreich. Sie blickt zurück, erzählt: Wie sie in Zürich im Haus der Grosseltern aufgewachsen sei, mit drei Geschwistern und einer allein erziehenden Mutter, finanziell nicht auf Rosen gebettet. Ihre Sozialisierung empfindet Gret Haller in der Rückschau als urzürcherisch-protestantisch. »Wir wurden angehalten, fleissig zu sein, etwas zu erreichen.« Als Jusstudentin an der Uni Zürich habe sie dann die politischen 68er-Jahre »bewusst verpasst«. Erst mit 27 Jahren, als sie eine Stelle in der Bundesverwaltung annahm und nach Bern zog, begann ihr politisches Leben. Sie bewegte sich in feministischen Kreisen, und irgendwann habe sie gemerkt, dass ihr »Kinder-Liebgott« nicht mehr zu ihr passte. Sie trat aus der Kirche aus, »wie das viele Linke damals machten«. Die KonfessionsloseMitte der Achtzigerjahre wurde sie Gemeinderätin der Stadt Bern, dann Nationalrätin, später ständige Vertreterin im Europarat. In ihren offiziellen Papieren stand in dieser Zeit immer »konfessionslos«. Dabei habe sie sich durchaus als religiöser Mensch empfunden, »nur war mein Götterhimmel etwas anders bevölkert«, meint sie schelmisch. »Die Berner Kirche ist grund-europäisch.«
Während Gret Haller in Bosnien als Menschenrechtsexpertin arbeitete, erkannte sie immer klarer die Unterschiede zwischen Europa und den USA, und heute ist sie überzeugt, dass die relative Gewaltbereitschaft dieser Nation auf der Unterordnung der Staatlichkeit unter die Religion beruht. »In Europa ist das umgekehrt«, erklärt sie. Sie kommt auf eine Erfahrung mit der »Staatlichkeit des Berner Münsters« zu sprechen: Als sie dort vor etwa einem Jahr eine Laienpredigt zum Thema Gewalt gehalten habe, habe sie »plötzlich gefühlt, dass mich dieser Raum zum ersten Mal angenommen hat«. Ob es an den Menschen lag, an der Mittelkanzel, auf der sie sprach, an den Recherchen, die sie gerade hinter sich hatte? Gret Haller mag nicht rätseln. Sie weiss aber, dass sie durch ihre Arbeit in Bosnien, durch ihre politischen Analysen über Staat und Kirche in den letzten Jahren etwas begriffen hat: »Die Berner Kirche ist in ihrem Verhältnis zum Staat, dem sie sich unterordnet, grund-europäisch. Ich kritisiere niemanden, der oder die aus der Kirche austritt. Aber wenn so viele austreten wie zurzeit, dann kann ich ja auch politisch Gegensteuer geben.« Die konfessionslose Gret Haller fasste den Entschluss, der Kirche wieder beizutreten. Die AnalytikerinVor allem und in erster Linie sei es »ein persönlicher, politischer Entscheid«, betont Gret Haller immer wieder. Er habe mit ihrer Überzeugung zu tun, dass im Westfälischen Frieden vor über 350 Jahren Europa zu Recht bestimmt habe, dass die Religion in die öffentliche Ordnung eingebunden werden soll. Für Gret Haller ist das heute noch die einzige Möglichkeit, wie Fundamentalismus zu überwinden ist. In der »Berliner Tageszeitung« formulierte sie es unlängst so: »Wer seine Wahrheit als eine absolute in die Welt setzt und sie damit der universalen Diskussion entzieht, trägt dazu bei, dass andere mit ihrer Wahrheit dasselbe versuchen.« Das sei eine gefährliche Konfrontation. Und noch etwas ist ihr nach der intensiven Beschäftigung mit dem Thema Religion klar geworden: Der Mensch hat das Bedürfnis nach etwas Heiligem. »Wenn man ihm da kein Angebot macht, sucht er sich ein Ersatzangebot. Und das kann gefährlich werden.« Die EigenständigeWie hat ihre Umgebung auf den Wiedereintritt reagiert? »Einige verstehen diesen Schritt nicht, aber das macht mir nichts aus«, sagt Gret Haller. Sie habe in ihrem Leben schon oft erlebt, wie sie in wichtigen Fragen plötzlich ganz klar erkannt habe, dass sie so und nicht anders handeln müsse. Innere Klarheit, das sagt sie im Verlauf des Gesprächs gleich mehrfach, ist zuweilen fast etwas Heiliges. Wer im Alltag bekenne, dass ihm etwas heilig sei, meine ja nichts anderes als: Das ist mir wichtig, da bleibe ich dran. Den Gedanken des Heiligen in der Politik wolle sie auch in ihr nächstes Buch einbringen. Von »etwas Heiligem« zu sprechen, fällt Gret Haller ganz offensichtlich leichter, als von Gott zu reden. Rita Jost im »saemann« vom März 2005 Sieben gute Gründe
(nach einem Text der Badischen Kirche) Sie möchten wieder in die Kirche eintreten?
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| Wenn Sie nach Ihrer Taufe oder Konfirmation aus der Kirche ausgetreten sind, dann vereinbaren Sie mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer Ihrer Gemeinde ein Gespräch. |
| Keine Angst! |
| Es wartet keine Glaubensprüfung auf Sie. Sie brauchen sich auch nicht zu rechtfertigen. Christ ist, wer getauft ist. Ein Austritt aus der Kirche macht die Taufe also nicht ungültig. Wenn Sie nicht getauft sind, wird ein Pfarrer oder eine Pfarrerin alle Fragen, die mit der Taufe zu tun haben, ausführlich mit Ihnen besprechen. |
| Wenn Sie sicher sind, |
| dass Sie gerne (wieder) zur reformierten Kirche gehören möchten, dann schreiben Sie einige Zeilen an die reformierte Kirchgemeinde Ihres Wohnortes. Eine Pfarrerin oder ein Pfarrer wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen. |
| Ihre Rückkehr ist ein Grund zum Feiern! |
| Viele Menschen freuen sich darauf, ihren (Wieder-)Eintritt in die Kirche im Gottesdienst oder auf andere Weise zu feiern. Andere kommen lieber unauffälliger zurück. Welche Form für Sie die richtige ist, entscheiden Sie selbst. Die Pfarrerin oder der Pfarrer wird auch diesen Punkt gerne mit Ihnen besprechen. |
| Und was kostet das? |
| Der Eintritt in die Kirche kostet nichts. Als Mitglied der Kirche werden Sie aber Kirchensteuer zahlen, deren Höhe in der Schweiz von Kirchgemeinde zu Kirchgemeinde unterschiedlich ist. Auch die reformierte Kirche kann ja nicht ohne finanzielle Mittel existieren. |
| Was macht die reformierte Kirche mit dem Geld, das ihre Mitglieder ihr anvertrauen? |
| Darüber legt jede reformierte Kirchgemeinde jedes Jahr öffentlich und sorgfältig Rechenschaft ab, üblicherweise in der Kirchgemeindeversammlung zur Abnahme der Vorjahresrechnung. |